Anna

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MOVICOL® Erfahrungsberichte

Tritt bei Kindern eine Verstopfung auf, kann dies sehr belastend für das Kind, aber auch für die Eltern und Angehörigen sein. Viele Betroffene fühlen sich mit ihrem Problem allein gelassen und sind verunsichert. Und das obwohl Verstopfung ein sehr häufiges Problem bei Kindern darstellt.

Daher möchten wir Ihnen an dieser Stelle die folgenden Erfahrungsberichte ans Herz legen. Viele Eltern haben bereits ähnliche Probleme durchgemacht – und bewältigt. Vielleicht haben auch Sie Erfahrungen gesammelt, die Sie hier mit anderen teilen möchten. Gerne können Sie uns Ihren Erfahrungsbericht per Mail an info@norgine.de zusenden.

Annas Geschichte – Ein Tag im Leben einer häuslichen Kinderkrankenschwester in England

Ich bin Kinderkrankenschwester in einem Team von sechs Kollegen. Ich selbst engagiere mich hauptsächlich in der Pflege von Kindern mit chronischer Verstopfung.

Anfangs war es meine Aufgabe, Kinder mit schwerer Verstopfung mit einem Einlauf zu behandeln. Das kann nervenaufreibend für alle Beteiligten sein, sowohl für das Kind als auch für die Eltern, Pflegeeltern und die Krankenschwester selbst. Ich war stets auf der Suche nach einer Möglichkeit, die körperlichen und emotionalen Auswirkungen dieses Eingriffs zu minimieren und verstand allmählich, dass es nicht ausreichte, die Verstopfung lediglich zu behandeln.

Trotz meiner Erfahrungen auf dem Gebiet, war ich mir nicht vollständig darüber bewusst, welchen Einfluss die Verstopfung und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten (wie z.B. eine verschmutzte Unterwäsche) auf die Betroffenen haben können, und zwar nicht nur auf das alltägliche Leben des Kindes, sondern auch auf das der gesamten Familie. Die Tatsache, dass mir Eltern immer wieder erzählen, dass sich ihr Leben in erster Linie um den Stuhlgang ihres Kindes dreht, bestätigt das. Rückfälle sind häufig und bald kam ich zu dem Schluss, dass diese Kindern und ihre Familien kontinuierliche Unterstützung und Hilfe benötigen.

In nur zwei Jahren habe ich nun über 200 Kinder mit Verstopfung behandelt, das sind 90% meiner Arbeit. Ich werde mittlerweile schon von meinen Kollegen und von den Eltern „Stuhlgang-Schwester“ genannt.

Die Kinder werden von einem Kinderarzt in meine Pflegeeinrichtung überwiesen. Während meiner einstündigen Sprechstunde erkläre ich, was normalerweise beim Stuhlgang passiert und was passiert, wenn eine Verstopfung vorliegt. Dann erkläre ich das Management mittels einer Änderung des gewohnten Verhaltens. Es ist insbesondere wichtig, über Verhaltensauffälligkeiten wie Einhalten des Stuhlgangs, Angst vor dem Toilettenbesuch, Gebrauch von Windeln etc. zu sprechen, um die Verstopfung des Kindes in den Griff zu bekommen.

Es ist wichtig, dass die Familien sich bei der Behandlung Ihres Kindes begleitet fühlen. Sie erhalten daher eine Telefonnummer für den Fall, dass Probleme oder Fragen auftreten. Anfangs rufe ich alle Familien mindestens zweimal pro Woche an, bis sich die Darmperistaltik des Kindes normalisiert hat. Danach versichere ich mich, dass die Eltern wissen, wie und bei welchen Anzeichen eines Rückfalls sie mich erreichen können.

Zu meinen anderen Aufgaben zählt die Schulung von Personen, die im Gesundheitswesen tätig sind. Hier geht es um Ursachen, Vorbeugung und die Behandlung von Verstopfung bei Kindern. Ich bin der Meinung, dass die Kinder frühzeitig behandelt werden müssen. Fragebögen, die wir an die Eltern unserer Patienten verschickt haben, haben gezeigt, dass die meisten Probleme mit Verstopfung sehr früh auftreten, wenn die Kinder noch Kleinkinder sind.

Ich engagiere mich außerdem in einer Schulinitiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Privatsphäre der Schultoiletten zu verbessern. Regelmäßig besuche ich dazu Schulen, insbesondere solche, in denen viele Kinder an Verstopfung leiden. In der Regel stelle ich fest, dass Lehrer, die das Problem verstehen, besser damit umgehen können.

In nächster Zukunft möchte ich gern dabei helfen, eine Interessensgemeinschaft für Eltern ins Leben zu rufen, um sie auf das Problem aufmerksam zu machen und Betroffenen das Gefühl zu geben, mit ihrem Problem nicht alleine zu sein. Denn Verstopfung bei Kindern ist ein sehr häufiges Problem. Eltern zögern häufig, in der Schule offen darüber zu sprechen und eine solche Interessensgemeinschaft könnte eine Diskussionsplattform für Eltern darstellen, auf der sie ihre Erfahrungen und Ideen austauschen können.

In meiner 23-jährigen Tätigkeit als Krankenschwester habe ich auf verschiedenen Stationen gearbeitet, von der Neonatologie bis hin zur Betreuung von Teenagern, aber noch nie hat mich eine Arbeit so ausgefüllt, wie die Betreuung dieser Kinder. Ein Beispiel: Ich hatte ein Kind in Behandlung, das seit Jahren an chronischer Verstopfung mit den bekannten Peinlichkeiten (Verunreinigungen der Wäsche) litt und sein Schulalltag war unerträglich. Das Kind hatte ein mangelndes Selbstbewusstsein, nur wenige Freunde und es war Opfer von Schikanen. Außerdem war sein Wachstum aufgrund des mangelnden Appetits verzögert. Und heute ist es ein gesundes, selbstbewusstes und kontaktfreudiges Kind, und darüber bin ich sehr froh.

Ich bin stolz, die „Stuhlgang-Schwester“ zu sein. Wie viele andere Krankenschwestern können schon berichten, dass sie einen Brief von einem Kind auf ihrem Schreibtisch vorgefunden haben, in dem es heißt:
„Ich hatte Stuhlgang, und das sogar auf der Toilette“