Was tun gegen Verstopfung?

10 Minuten Lesezeit
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18. Juli 2024
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Frau trinkt Wasser aus einem Glas
Sarah Jones

Verstopfung lösen & Symptome lindern: Hausmittel, Maßnahmen und Abführmittel

Verstopfung ist eines der häufigsten Symptome für Funktionsstörungen oder Erkrankungen des Darms. Laut unserer Studie „MOVICOL® Omnibus and Usage and Attitude (U&A) Market Research 2023“ leiden 77 % aller Menschen mehrmals im Jahr unter Verstopfungssymptomen.1

Ältere Menschen und Schwangere sind besonders anfällig für Verstopfung. Bei älteren Menschen liegt den Verstopfungssymptomen oft abnehmende körperliche Aktivität zugrunde. Während einer Schwangerschaft können ein vermehrter Wasserbedarf, veränderte hormonelle Bedingungen, die Einnahme von Eisenpräparaten und ebenfalls eine geringere körperliche Aktivität auf die Entstehung einer Verstopfung zurückzuführen sein.2

Harter Stuhl ist ein häufiges Symptom einer Verstopfung. Außerdem kann es zu einem schmerzhaften oder erschwerten Stuhlgang oder zu einer niedrigen Stuhlganghäufigkeit von weniger als dreimal pro Woche kommen. Harter, träger Stuhl kann weitere Beschwerden wie Bauchschmerzen oder Völlegefühl hervorrufen.

Glücklicherweise gibt es probate Mittel gegen Verstopfung bzw. zur Lösung von trägem Stuhl. Zu den wirksamsten Maßnahmen zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung einer regelmäßigen, natürlichen Darmfunktion gehören ballaststoffreiche Ernährung, genügend Flüssigkeitszufuhr und ausreichend körperliche Aktivität.2

Wenn diese Maßnahmen keine Besserung bringen, können Abführmittel wie Movicol® zu einer Linderung beitragen2, indem sie harten, trägen Stuhl hydratisieren und aufweichen.

Im Folgenden erfährst du, wie du Verstopfungssymptome mit natürlichen Maßnahmen linderst oder – sollte der natürliche Weg nicht wirken – wie du Abführmittel gegen harten, trägen Stuhl korrekt und effektiv anwendest.

Verstopfung natürlich lösen ohne Abführmittel

Natürliche Maßnahmen gegen Verstopfung finden sich in der richtigen Ernährung bzw. Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr sowie ausreichender körperlicher Aktivität.

Natürliche Maßnahmen gegen Darmträgheit lindern nicht nur das Gefühl einer Verstopfung, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens trägen, verhärteten Stuhls.

Ballaststoffreiche Ernährung & abführende Lebensmittel

Eine Ernährungsumstellung kann ein sehr wirksames Mittel sein, um einen trägen Darm wieder in Gang zu bringen und regelmäßige Stuhlgewohnheiten zu fördern. Laut unserer jüngsten Movicol-Umfrage ändern 39 % der Menschen ihre Ernährung, wenn sie sich verstopft fühlen.1

Das Wichtigste bei einer verdauungsfördernden Ernährung ist die ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen.

Ballaststoffe sind pflanzliche Nahrungsbestandteile, die das menschliche Verdauungssystem nicht vollständig aufspalten kann. Stattdessen binden sie Wasser und erhöhen die Stuhlmenge. Harter Stuhl wird durch Ballaststoffe also hydratisiert und seine Stuhlkonsistenz wird verbessert2, wodurch er leichter durch den Darm transportiert und abgeführt werden kann.3 Deswegen sind Ballaststoffe wichtige Bestandteile jeder gesunden Ernährung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g/Tag.3

Die nachfolgende Tabelle zeigt Beispiele besonders ballaststoffreicher Lebensmittel inklusive ihrer Ballaststoffmenge pro Portion in g:3

 

Portionsgröße

(verzehrbarer Teil)

Lebensmittel Ballaststoffe pro Portion in g
Vollkornprodukte
125 g Vollkornnudeln (gegart) 6,4
40 g Pumpernickel 3,5
Obst und Gemüse
125 g Erbsen geschält (gegart) 11,8
150 g Gemüsepaprika rot (gedämpft) 5,7
150 g Brokkoli (gedämpft) 4,8
150 g Möhren (gegart) 4,7
300 g Kohlrabi (gegart) 4,5
125 g Rhabarber 4,0
140 g Birne 3,9
60 g Himbeeren (roh) 2,8
125 g Apfel 2,5
Nüsse und Samen
15 g Leinsamen 3,4
25 g Mandeln 2,9
25 g Walnüsse 1,2

Neben einer höheren Ballaststoffzufuhr durch die Wahl ballaststoffreicher Lebensmittel kann auch das eigentliche Essverhalten einer Verstopfung entgegenwirken, z. B. helfen ruhiges, langsames Essen und gründliches Kauen.4

Ballaststoffe sind pflanzliche Nahrungsbestandteile, die das menschliche Verdauungssystem nicht vollständig aufspalten kann. Stattdessen erhöhen sie die Stuhlmenge und den Wassergehalt im Stuhl. Harter Stuhl wird durch Ballaststoffe also hydratisiert und weicher2, wodurch er leichter durch den Darm transportiert und abgeführt werden kann.3

Frau trinkt Wasser aus einem Glas

Flüssigkeitszufuhr gegen Darmträgheit

Ein gesunder, normaler Stuhl enthält 75 % Wasser5. So bleibt er weich und wird reibungslos durch dein Verdauungssystem transportiert.

Wenn du Probleme mit dem Stuhlgang hast, könnte dein Darm träge sein und mehr Wasser benötigen. Die Folge ist, dass sich dein Stuhl langsamer als bei gesunder, normaler Darmaktivität bewegt, dadurch nach und nach an Feuchtigkeit verliert sowie härter und trockener wird, wodurch dieser sich schwieriger absetzen lässt.

Genug zu trinken ist demnach unerlässlich für ein funktionierendes Verdauungssystem bzw. um Verstopfung auf natürliche Weise zu lindern.

Gastroenterologen empfehlen, auf eine Trinkmenge von 1,5–2 Litern pro Tag zu achten. Durch die Normalisierung der Trinkmenge können sich Verstopfungssymptome bessern.2

Gesunder Stuhl besteht laut „The Characterization of Feces and Urine: A Review of the Literature to Inform Advanced Treatment Technology“ zu 75 % aus Wasser5, welches ihn weich macht und so für eine leichte Ausscheidung sorgt. Für eine Besserung von Verstopfungssymptomen sollte auf eine tägliche Wasserzufuhr von 1,5–2 Litern geachtet werden.

Frau trinkt Wasser aus einem Glas

Körperliche Aktivität zum Erhalt der natürlichen Darmfunktion

In der „Aktualisierten S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie & Motilität (DGNM)“ wird dokumentiert, dass z. B. eine zweiwöchige körperliche Inaktivität zu einer vergleichsweise längeren Transportzeit des Stuhls durch den Darm führen kann.

Eine gesteigerte körperliche Bewegung konnte hingegen Verstopfungssymptome teilweise lindern.2 Ausreichend Bewegung kann demnach zu einer normalen Darmfunktion beitragen und bei Verstopfung helfen.

Was „ausreichend“ in Bezug auf Umfang und Intensität der empfohlenen Bewegung konkret bedeutet, variiert je nach Alter:

Erwachsene zwischen 18 und 64 Jahren sollten mindestens 150 Minuten mäßig intensives Training oder 75 Minuten hochintensives Training pro Woche anstreben, verteilt auf 4-5 Tage.6

Ältere Menschen ab einem Alter von 65 Jahren sollten täglich körperlich aktiv sein, auch wenn es sich nur um leichte Aktivitäten handelt. Je nach Alter und Trainingszustand können für die einen Walking, Radfahren oder Wassergymnastik angemessen sein, während für andere schon alltägliche Handlungen wie das Zubereiten einer Tasse Tee, Staubwischen oder Aufstehen als leichte körperliche Aktivität gelten können.7

Für Schwangere gelten die gleichen Richtlinien wie für Erwachsene, mit der Einschränkung, dass sich das Aktivitätsniveau nach der Schwangerschaft an dem Level vor der Schwangerschaft orientieren sollte. Fang also nicht mit intensivem Sport an, wenn du vor der Schwangerschaft nicht sehr aktiv warst. Wende dich an deinen Arzt, um eine individuelle Aktivitätsempfehlung zu erhalten.

Bewegung hilft dir, deinen Darm in Gang zu halten. Gastroenterologen empfehlen dir, körperliche Inaktivität zu vermeiden.

Mann trinkt Wasser aus einem Glas

Abführmittel gegen Verstopfung: Darreichungsformen und Wirkweisen

Auch wenn du hinsichtlich deiner Ernährung, Flüssigkeitszufuhr und Bewegung alles richtig machst, kann es trotzdem vorkommen, dass du einen trägen Stuhl hast.

Gegen harten, trägen Stuhl als akutes Verstopfungssymptom helfen Abführmittel, die es in unterschiedlicher Darreichungsform gibt und die daher auf verschiedene Weise einzunehmen sind:

Abführmittel gibt es als:

  • Pulver, zur Herstellung einer Trinklösung
  • Flüssigkeit, die direkt getrunken werden kann
  • Tabletten/Kaugummis, die oral eingenommen werden
  • Zäpfchen, die in den Enddarm einzuführen sind und sich dort auflösen
  • Einläufe/Klistiere, die als flüssige Lösung über den Enddarm verabreicht werden

 

Neben der Darreichungsform unterschieden sich Abführmittel auch in ihrer Wirkweise. Es lassen sich folgende vier Anwendungsarten von Abführmitteln zur Linderung von Verstopfungssymptomen unterscheiden:4

  • Osmotisch wirksame Abführmittel. Sie binden Wasser im Darm und halten den Stuhl so feucht und gleitfähig (z. B. Macrogol 3350).
  • „Wassertreibende” (hydragoge) Abführmittel. Sie bewirken, dass vermehrt Wasser in das Darminnere strömt (z. B. Bisacodyl oder Natriumpicosulfat).
  • Abführmittel, die sich mit Speiseresten im Darm vermengen (z. B. Paraffinöl).
  • Gleitmittel, welche die Darmbewegung fördern und so bewirken, dass Speisereste schneller in Richtung After transportiert werden (z. B. Prucaloprid).

Welches Abführmittel ist das beste für mich?

Die Wahl eines geeigneten Produkts gegen Verstopfung hängt stark davon ab, welche Art der Linderung du persönlich bevorzugst und was für deine individuellen physiologischen Umstände am besten geeignet ist.

Unsere Untersuchungen haben zum Beispiel gezeigt, dass 40 % aller an Verstopfung leidenden  Menschen ein langsamer wirkendes Abführmittel wie Movicol® bevorzugen8.

Bitte bedenke, dass Abführmittel nicht für jeden Menschen per se die richtige Wahl sind. Wenn du an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn leidest, solltest du vor der Einnahme eines Abführmittels unbedingt mit deinem Arzt sprechen!

Unabhängig davon solltest du auf jeden Fall deinen Arzt aufsuchen, wenn dein träger Stuhl oder deine Verstopfung länger als zwei Wochen anhält oder wenn du starke Schmerzen oder Blut im Stuhl hast.

Du solltest deinen Arzt auch konsultieren, wenn du unter Verstopfung als Nebenwirkung von Medikamenten leidest, die du einnimmst. Wenn du in der Schwangerschaft unter Verstopfung leidest, schwanger werden möchtest oder stillst, frage vor der Einnahme eines Abführmittels wie Movicol® deinen Arzt oder Apotheker um Rat.

Wo bekomme ich Abführmittel?

Die Möglichkeiten, ein Abführmittel zu erwerben, hängen davon ab, ob du ein Rezept hast oder ein rezeptfreies Produkt suchst:

  • Ohne Rezept: Viele Abführmittel, die ohne Rezept erhältlich sind, findest du frei verkäuflich in der Apotheke oder teilweise auch in einer Drogerie oder im Supermarkt.
  • Mit Rezept: Rezeptpflichtige Abführmittel muss dir dein Arzt verschreiben. Diese Abführmittel erhältst du gegen Rezeptvorlage in der Apotheke vor Ort oder online.

Referenzen

[1] Data on file MOVICOL 017 (DOF-MOVIC-017). MOVICOL® Omnibus and Usage and Attitude (U&A) Market Research 2023 (MR 244)

[2] Andresen V, et al. Z Gastroenterol 2022; 60: 1–45.

[3] Deutsche Gesellschaft für Ernährung. https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/ausgewaehlte-fragen-und-antworten-zu-ballaststoffen/. Abgerufen am 21.06.2024.

[4] https://www.netdoktor.de/symptome/verstopfung/. Abgerufen am 21.06.2024.

[5] Rose C, et al. Crit Rev Environ Sci Technol. 2015 Sep 2;45(17):1827-1879.

[6] NHS. https://www.nhs.uk/live-well/exercise/physical-activity-guidelines-for-adults-aged-19-to-64/. Abgerufen 21.06.2024.

[7] NHS. https://www.nhs.uk/live-well/exercise/physical-activity-guidelines-older-adults/. Abgerufen am 21.06.2024

[8] Data on file MOVICOL 017 (DOF-MOVIC-017). MOVICOL® Omnibus and Usage and Attitude (U&A) Market Research 2023 (MR 244)

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